Beim 35. Chaos Communication Congress (35C3), dem jährlichen Event des Chaos Computer Clubs, gab es einen aufschlussreichen Vortrag zum Social Credit (aka Social Scoring) System das in China entwickelt wird. Ähnlich wie hier im Blog auch schon berichtet handelt es sich beim „Social Credit“ (noch) nicht um ein universelles Überwachungstool, sondern es werden aktuell verschiedene Systeme evaluiert. Teilweise sehr datenbasierte, wie Sesame Credit, dass vom Mega-Konzern Alibaba entwickelt wird, teilweise aber auch mit Systeme die sich vor allem auf die analoge Welt beziehen und eher disziplinär arbeiten: Man startet mit 1000 Punkten und kriegt für unerwünschtes Verhalten (bei Rot über die Ampel gehen) Abzüge und für erwünschtes (Alten Leuten helfen) Pluspunkte.

Der Vortrag ist auf jeden Fall sehenswert und detailreich. Vor allem auch, weil er erklärt, wie die chinesische Gesellschaft an einigen Stellen anders funktioniert, als man es in Westeuropa gewohnt ist und sich damit anders Voraussetzungen ergeben. Zwar scheint das Ziel schon ein „ganzheitlicher“ Score, der die Vertrauenswürdigkeit einer Person bewerten soll, aber von der Vorgehensweise her unterscheidet es sich wenig von dem was auch bei uns schon Gang und Gäbe ist, nur eben verteilter über Schufa-Scores, Punkte in Flensburg und was auch immer Amazon/Facebook/Google für Kund*innenprofile erstellen.