Schlagwort: social scoring

Beim 35. Chaos Communication Congress (35C3), dem jährlichen Event des Chaos Computer Clubs, gab es einen aufschlussreichen Vortrag zum Social Credit (aka Social Scoring) System das in China entwickelt wird. Ähnlich wie hier im Blog auch schon berichtet handelt es sich beim „Social Credit“ (noch) nicht um ein universelles Überwachungstool, sondern es werden aktuell verschiedene Systeme evaluiert. Teilweise sehr datenbasierte, wie Sesame Credit, dass vom Mega-Konzern Alibaba entwickelt wird, teilweise aber auch mit Systeme die sich vor allem auf die analoge Welt beziehen und eher disziplinär arbeiten: Man startet mit 1000 Punkten und kriegt für unerwünschtes Verhalten (bei Rot über die Ampel gehen) Abzüge und für erwünschtes (Alten Leuten helfen) Pluspunkte.

Der Vortrag ist auf jeden Fall sehenswert und detailreich. Vor allem auch, weil er erklärt, wie die chinesische Gesellschaft an einigen Stellen anders funktioniert, als man es in Westeuropa gewohnt ist und sich damit anders Voraussetzungen ergeben. Zwar scheint das Ziel schon ein „ganzheitlicher“ Score, der die Vertrauenswürdigkeit einer Person bewerten soll, aber von der Vorgehensweise her unterscheidet es sich wenig von dem was auch bei uns schon Gang und Gäbe ist, nur eben verteilter über Schufa-Scores, Punkte in Flensburg und was auch immer Amazon/Facebook/Google für Kund*innenprofile erstellen.

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Scoring-NG in China?

Vor einigen Wochen machte die Nachricht die Runde, in China werde ein umfassendes Social-Scoring eingeführt, bei dem der Scorewert in Zukunft über alles mögliche mitentscheiden würde. Das führt zu einem kurzen, medialen Aufschrei, dabei stimmten nicht alle Fakten und ähnliche Techniken sind heute auch schon anderswo im Einsatz. Eine Zusammenfassung.

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In einem kurzen Beitrag in der Finanical Times (hier nicht-paywalled zusammengefasst) wurde wieder über Social Scoring für die Berechnung der Kreditwürdigkeit berichtet.

Es scheint als wären auch amerikanische Scoring-Unternehmen noch eher an den „klassischen“ Werten interessiert und schätzen Personen die nicht häufig umziehen (andernfalls könnte das auf Probleme mit der Miethöhe hinweisen) und ihre Rechnungen zügig bezahlen. Aber auch dort würde man gerne mehr über eben jene Leute wissen, für die sich mit den klassischen Methoden nichts berechnen lässt, weil einfach keine Daten vorliegen. Viel zitiert wurde daher die Aussage das man auch Facebook-Profile beobachtet, und etwa Menschen die häufig posten das irgendwer oder irgendwas „wasted“ ist. Umgangsprachlich übersetzt es sich mit „besoffen“. Das Sprache meist mehrdeutig ist, ist für den Score erstmal egal.

“If you look at how many times a person says ‘wasted’ in their profile, it has some value in predicting whether they’re going to repay their debt,” Will Lansing, chief executive at credit rating company FICO „It’s not much, but it’s more than zero.“

 

 

Auf der Webseite xethics.com gibt es eine lesenswerte Reportage über Social Scoring  bei dem auch zwei Sprecher von Social Scoring Unternehmen (u.a. Kreditech) zu Wort kommen. Dabei geht es unter anderem auch um das Verständnis der Big Data Unternehmen von sich selbst, eben nicht nur mit Blick in die Vergangenheit zu arbeiten sondern so eine Art algorithmische Glaskugel entworfen zu haben.

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Kreditech und Social Scoring

Die Spiegel Ausgabe 20/2013 hatte „Big Data“ als Aufmacher. Besonders interessant an dem Artikel fand ich den Abschnitt zum Social Scoring durch Kreditech. Scoring bezeichnet Verfahren, wie das der SCHUFA, bei dem ein Wert für die Kreditwürdigkeit berechnet wird und das sich auf die Vergabe und die Höhe der Zinsen auswirkt. Und Social meint in diesem Zusammenhang nur, dass Daten aus Sozialen Online Netzwerken in die Analyse miteinbezogen werden.

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