Anekdoten aus der berechneten Zukunft

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Evaluation von Precobs in Baden-Würtemberg

Viele Bundesländer haben in den vergangenen Jahren Pilotstudien zu Predictive Policing angekündigt, aber bisher hat man nur wenig darüber erfahren. Für Baden-Württemberg, wo PRECOBS getestet wurde, ist jetzt die erste, wissenschaftliche Begleitstudie erschienen, die Einbruchsmuster erkennen und „vorhersagen“ soll.

Dabei zeigt sich, was sich schon in Zürich angedeutet hat: Der Einfluss der Software auf die absoluten Einbruchszahlen ist gering, es funktioniert, wenn überhaupt, nur in Städten und die Datenqualität ist wichtig, produziert aber auch mehr Arbeit.

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Precobs wirkt in Zürich auch im zweiten Jahr nicht

Im Herbst 2014 wurde Precobs in Zürich eingeführt. In den ersten Berichten wurden damals ein Rückgang der Einbruchsdelikte von bis zu 30% vermeintlich sofort erreicht. Am Ende war der Erfolg dann auf das Jahr gerechnet statistisch kaum signifikant, da die Zahl der Einbrüche in Zürich insgesamt zurück gegangen ist. In 2015 war Precobs nun ganzjährig im Einsatz, also im Prinzip genug Zeit die ganze Macht der Vorhersagekraft zu entfalten. Halten kann Precobs die Versprechen allerdings nicht.

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Bei Heise.de gibt es einen Update zur Nutzung von Precobs mit Infos von einem Polizeikongress.

Dort erfährt man das an einer Smartphone App für Precobs gearbeitet wird, aber auch, dass die Erfolge eher klein sind.

[Das System kann] 30 bis 40 Prozent gute Antworten für eng begrenzte Fragen bei Einbruchsserien liefern […]. „Wir stellen für manche Muster fest, dass unsere kriminalistischen Annahmen nicht stimmen. Es gibt immer wieder Enttäuschungen, wenn eine Datenrelation, die wir angenommen haben, nicht funktioniert.“

 

Für das Deutschlandradio hat sich Peter Welchering Anfang Mai mit einem längeren Beitrag der „Polizeiarbeit 2.0“ gewidmet. Die ersten 10 Minuten drehen sich dabei um Precobs. Außerdem wird in Hamburg über den Einsatz diskutiert.

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Daten aus Zürich und Nürnberg – Erfolg von PRECOBS in der Praxis nicht nachweisbar

Bei Zeit Online gibt es einen längeren Bericht über predictive policing und PRECOBS, der die Zweifel an der Wirksamkeit solcher Vorhersagesoftware stärkt. Ähnlich der Studie die ich hier vorgestellt habe gab es auch in Nürnberg nur einen kurzeitigen Erfolg und anschließender Ernüchterung.

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Der Spiegel hat in seiner aktuellen Ausgabe (10/2015) einen Bericht über PRECOBS und andere predictive policing Techniken die hier im Blog auch schon besprochen wurden. Das Thema ist kurz wieder aktuell, weil auch auf dem europäischen Polizeikongress viel darüber gesprochen wurde. Das es sich auch um einen Hype handelt, zeigt sich daran, dass immer wieder die selben Beispiele aufgezählt werden und es die Info gibt, dass große Unternehmen viel Geld in Softwareentwicklung investieren.

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Es finden sich immer noch mehr Jubelbeiträge zu PRECOBS in meinem Newsreader, ohne das es etwas neues zu berichten gäbe. Der Wunsch danach, dass Predictive Policing funktioniert, ist scheinbar so stark, das man nicht abwarten kann ob es denn auch wirklich hilft.

In den USA, wo Software wie PredPol – das einen wesentlich breiteren Einsatzbereich hat als PRECOBS – schon länger eingesetzt wird, ist man über den Glauben an die Wunderwaffe bereits hinaus. Ein Artikel über den erfolgreichen Kampf der Polizei von LA gegen Drogenkriminalität stellt ganz gut dar, dass es wesentlich mehr Faktoren gibt als nur die richtige Vorhersagesoftware. Vielmehr ist dort eine kontinuierliche Arbeit mit den Communities  gepaart rechtlichen Änderungen und einer strukturellen Änderung der Drogenwirtschaft Grund für die erfolgreiche Senkung z.B. der Mordraten. Letzteres meint dabei interessanterweise nicht eine Reduzierung des Drogenkonsums sondern vor allem eine „Professionalisierung“ der organisierten Kriminalität, die weniger Interesse daran hat wegen hoher Mordraten im Fokus der Polizeiarbeit zu stehen.

 

Mehr Vorschusslorbeeren für PRECOBS

Nach dem nur zweimonatigen Test in München und Nürnberg gibt es aus Bayern schon Erfolgsmeldungen für die predictive policing Software PRECOBS. Wie heise.de heute, mit Verweis auf eine Pressemitteilung des Innenministeriums und die TAZ, berichtet konnten dank der Prognosesoftware „bereits erste Einbrecher geschnappt werden.“. Der weitere Erfolg ist vorprogrammiert.

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Headline der SZ
Auf sueddeutsche.de gibt es eine kleine Serien mit reißerischem Titel, bestehend aus zwei Artikeln und einem Interview, zu Predictive Policing. Zu PRECOBS gibt’s nicht viel mehr zu erfahren als hier, aber das Interview mit Matthias Monroy ist kurz und bündig. Er fordert unter anderem, dass predictive policing Software Open Source sein sollte. Gute Idee, aber natürlich auch im Sinne derer, die vermeiden wollen vom Algorithmus „gefunden“ zu werden.  Außerdem merkt er zurecht an, dass die Software Auswirkungen auf Einzelne hat, auch wenn die Entwicklungsfirma (ebenfalls nicht unbegründet) sagt datenschutzrechtlich wäre die Software unbedenklich.

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PRECOBS – Einbrüche und Near Repeats

Bei Heise gab’s wieder Nachrichten über eine Predictive Policing Software. Nach längeren Tests in Zürich soll PRECOBS vom „Institut für musterabsierte Prognosetechnik“  (IfmPt) jetzt in Bayern helfen Einbrecher_innenbanden das Handwerk zu legen. Da sich die Berichterstattung über solche Software in letzter Zeit irgendwie häuft hab ich mich etwas damit und mit den Modellen, die dahinter stecken, beschäftigt.

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