Anekdoten aus der berechneten Zukunft

Schlagwort: predictive policing (Seite 1 von 3)

RADAR und DyRiAS – wie gefährlich sind Gefährder

Nach dem LKW-Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin wurde viel über präventive Maßnahmen gesprochen, um solche solche Attentate in Zukunft zu verhindern. Insbesondere Personen, die den Sicherheitsbehörden bereits als Gefährder bekannt sind, sollen in Zukunft stärker überwacht werden. Der Gefährder-Begriff ist (absichtlich) unscharf und erlaubt die Überwachung von Personen bei denen man vermutet, dass sie (weitere) Straftaten begehen könnten. Die Ungenauigkeit in der Definition hängt natürlich mit der Ungenauigkeit zusammen, was man für die Zukunft vermuten kann, und ist damit ein perfektes Spielfeld für predictive policing. RADAR heißt die Software, die das dazu BKA in Zukunft einsetzen will.

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Predpol unterstützt diskriminierende Polizeiarbeit

Das die predictive policing Software PredPol nicht besonders gut funktioniert wussten wir ja schon. Nun hat die Human Rights Data Analysis Group Predpol unter die Lupe genommen und den Algorithmus exemplarisch auf Drogendelikte und Verhaftungen in Oakland angewendet. Die Ergebnisse sind in einer kurzen Studie veröffentlicht worden und zeigen: Predpol übernimmt die gleichen rassistischen Tendenzen wie die „reguläre“ Polizeiarbeit. Es sagt Drogenkriminalität auch überwiegend in Gegenden mit schwarzer Bevölkerung vorher, dabei zeigen andere Zahlen, dass der Anteil von Drogenkonsumten_innen dort gar keinen besondere Signifikanz hat.

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Wie auch in den meisten anderen Städten bestätigt sich scheinbar auch für München die wie wenig Nachhaltig Precobs sich auf die Rückgänge bei den Einbrüchen auswirkt.

Manchmal muss man unumstößliche Wahrheiten in die Tonne treten, weil sie umstößlich geworden sind und gestoßen werden müssen. Man nehme die Super-Vorhersagesoftware Precobs, deren Einsatz in München dazu führte, dass 2015 in den von Precobs überwachten Gebieten 25 bis 30 Prozent weniger Einbrüche passierten. Fantastisch? Nun sind die Halbjahreszahlen von 2016 da und im aktuellen gedruckten Behördenspiegel beklagt ein Polizeigewerkschaftler das satte Plus von 30 Prozent bei den Einbrüchen in München. Hat man im Vertrauen auf das „Predictive Policing“ die Belegschaft reduziert? Ist die Software wirkungslos geworden? Macht nichts, der Folgeauftrag, die Software zu optimieren, ist so gut wie sicher. Die prinzipielle Wirksamkeit ist ja „bewiesen“. (heise online vom 10.07.2016)

Geografisches Profiling – von Pendler*innen und Marodeur*innen

Jede predictive policing Software hat ihren eigenen Ansatz und spezialisiert sich auf eine bestimmte Theorie. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit BAIR Analytics, das in einigen US amerikanischen Bezirken eingesetzt wird und geografisches Profiling implementiert und Serientäter*innen in Pendler*innen und Marodeur*innen einteilt.

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Precobs wirkt in Zürich auch im zweiten Jahr nicht

Im Herbst 2014 wurde Precobs in Zürich eingeführt. In den ersten Berichten wurden damals ein Rückgang der Einbruchsdelikte von bis zu 30% vermeintlich sofort erreicht. Am Ende war der Erfolg dann auf das Jahr gerechnet statistisch kaum signifikant, da die Zahl der Einbrüche in Zürich insgesamt zurück gegangen ist. In 2015 war Precobs nun ganzjährig im Einsatz, also im Prinzip genug Zeit die ganze Macht der Vorhersagekraft zu entfalten. Halten kann Precobs die Versprechen allerdings nicht.

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Bei Heise.de gibt es einen Update zur Nutzung von Precobs mit Infos von einem Polizeikongress.

Dort erfährt man das an einer Smartphone App für Precobs gearbeitet wird, aber auch, dass die Erfolge eher klein sind.

[Das System kann] 30 bis 40 Prozent gute Antworten für eng begrenzte Fragen bei Einbruchsserien liefern […]. „Wir stellen für manche Muster fest, dass unsere kriminalistischen Annahmen nicht stimmen. Es gibt immer wieder Enttäuschungen, wenn eine Datenrelation, die wir angenommen haben, nicht funktioniert.“

 

Intrado Beware und der Threat Score

In diesem Beitrag geht es um Intrado Beware, ein System, dass von Sicherheitsbehörden genutzt werden kann um für eine Person eine Threat Score oder Risk Index berechnet. Das System trifft zwar keine Vorhersagen, sondern ist eher ein Tool zu Datenaggregation, dennoch wird es als Predictive Policing beworben. Und letztendlich ist ein Score auch eine Aussagen darüber wie sich eine Person in Gegenwart und Zukunft verhalten wird.

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HunchLab und Risk Terrain Modeling

Über einen Bericht zu den predictive policing Plänen in New York, bin ich auf die Software HunchLab gestoßen. Die, sowie die das darin implementierte Konzept des Risk Terrain Modeling hab‘ ich mir daraufhin etwas genauer angeschaut.

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Accentures Vorhersage von Gang-Kriminalität in London

In London wurde im vergangenen Jahr eine Software zur Vorhersage von Gang-Kriminalität getestet. Ich wollte rausfinden wie genau das funktioniert hat und ob der Test so erfolgreich war, dass die Software in der Praxis eingesetzt wird. Gefunden habe ich nicht allzu viel.
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In einem der clickbaiting Beiträge im SpiegelOnline-Panorama-Teil wird mit einigen kleinen Mythen aufgeräumt, die in der Urlaubszeit zum Thema „Einbrüche“ wieder Verbreitung finden. Einige der Mythen finden sich auch immer wieder in den Reden der Politiker_innen die sich für Predictive Policing, insbesondere PRECOBS, einsetzen.

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